Geburtshilfe
Die Abteilung für Frauenheilkunde (Gynäkologie) wurde 2006 zusammen mit der Geburtshilfe am Karolinen-Hospital Hüsten gegründet.
Im Rahmen der Umstrukturierung und Schwerpunktbildung ist ein Diagnostik- und Therapiezentrum für alle geburtshilflichen
Fragestellungen mit überörtlicher Bedeutung entstanden.
Die Abteilung ist gemeinsam mit der Neonatologie der
Abteilung für Kinderheilkunde als
Perinatalzentrum LEVEL 2 zur Versorgung
von Patientinnen mit höchstem Risiko für Schwangerschaft und Geburt ausgewiesen. Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, sind Hebammen,
Geburtshelfer, Anästhesist und Kinderarzt in der Klinik anwesend. Durch die optimalen strukturellen Voraussetzungen und ein regelmäßiges
Team-Training konnte die sogenannte
E-E-Zeit, im Notfall die Zeit zwischen Entscheidung und Entbindung durch Not-Kaiserschnitt, auf
9 Minuten gesenkt werden. Neben den klassischen Überwachungsmethoden (CTG, Tele-Monitoring, MBU) verfügen wir über die Möglichkeit
der direkten EKG-Untersuchung des Kindes
(StANTM), die uns frühzeitig Hinweise auf eine mögliche Sauerstoff-Unterversorgung gibt.
Versorgungsschwerpunkte sind:
- Pränatalmedizin (vorgeburtliche Diagnostik, es besteht eine enge Kooperation mit dem Zentrum für Pränatalmedizin und Genetik in Düsseldorf)
- Schwangerschaftsdiabetes (in enger Kooperation mit die niedergelassenen Diabetologen)
- Präeklampsie
- Schwere mütterliche Erkrankungen in der Schwangerschaft
- Drohende Frühgeburt
- Ultraschall (DEGUM-Stufe II: Sonographische Fein-Diagnostik)
- Fetale Echokardiographie
- Doppler-Sonographie
- Medizinische Betreuung von Hochrisiko-Schwangerschaften
- Vorgeburtliche Behandlung des ungeborenen Kindes: medikamentös und/oder invasiv (Fruchtwasserpunktion)
- Spezieller Suchtest im ersten Schwangerschaftsdrittel ("First-Trimester-Screening")
- Geburtsleitung bei Risikoschwangerschaften
- "Sanfter" Kaiserschnitt (Methode nach Misgav-Ladach)
- Vaginale Beckenendlagengeburt
Trotz dieser für den Hochsauerlandkreis wichtigen pränatalmedizinischen Spezialisierung verstehen wir uns vor allem als eine Geburtsklinik,
in der die werdenden Mütter und Eltern die Geburt ihres Kindes als freudiges und für die Familie überaus wichtiges Ereignis individuell erleben können.
Die drei Kreissäle und zwei Wehenzimmer sind nach modernsten Erkenntnissen erstellt und vollkommen neu gestaltet. Durch die wohnliche
Gestaltung der Räume mit abgedunkeltem Licht entsteht ein vertrauensvolles Ambiente.
Es steht die gesamte Palette natürlicher Entbindungsmethoden mit der freien Wahl der Entbindungsposition einschließlich der Wassergeburt zur Verfügung.
Auf Wunsch kann die Entbindung durch eine eigene, freiberuflich tätige Hebamme betreut werden, notwendig ist hierzu ein Kooperationsertrag der
Hebamme mit unserem Haus. Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit den regionalen Geburtshäusern. Wie bieten sämtliche geburtserleichternden
Verfahren, beginnend mit homöopathischen Maßnahmen, an. Die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung und Geburtserleichterung wird ausschließlich durch in
der Traditionell-chinesischen Medizin (TCM) speziell ausgebildete Hebammen durchgeführt.
Die regionalen schmerztherapeutischen Behandlungen (PDA, "walking epidural", Spinal-Anästhesie) erfolgen durch die Fachärzte für Anästhesie.
Die Kaiserschnitte werden wenn immer möglich in lokaler Betäubung und in Anwesenheit einer Bezugsperson durchgeführt, so dass auch in diesem Fall ein
schönes Geburtserlebnis möglich ist.
An unserer Klinik besteht die Möglichkeit, Nabelschnurblut, das nach der Entbindung in der Nabelschnur verbleibt und im Normalfall verworfen wird, zu spenden.
In enger Kooperation mit der
José Carreras Stammzellbank in Düsseldorf können so die im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen
Leukämie-Patienten und anderen Erkrankten helfen, ein eigenes, widerstandsfähiges Immunsystem zu entwickeln. Die Teilnahme an diesem Programm ist freiwillig und kostenlos.
Für den Fall, dass die werdenden Eltern das Nabelschnurblut lieber für ihr eigenes Kind "reservieren" möchten, bestehen Kooperationsverträge mit allen größeren privaten Stammzell-Banken.
Unterstützend zur ganzheitlichen Vorbereitung auf Geburt und Wochenbett werden durch die
Elternschule des Karolinen-Hospitals
Kurse (Geburtsvorbereitung, Yoga für Schwangere, Rückbildungsgymnastik u.v.m.), regelmäßige Informationsabende, Kreissaalführungen, Hebammensprechstunden und Akupunktursprechstunden angeboten.
Auf der Wochenstation ist Rooming-In ooder Teil-Rooming-In Routine. Die pflegerische Betreuung der Wöchnerinnen erfolgt nach einem ganzheitlichen Konzept
(integrierte Wochenbettpflege), d.h. das Team umfasst neben Krankenschwestern auch Hebammen und Kinderkrankenschwestern sowie Laktationsberaterinnen.
Wir verfügen ausschließlich über moderne 1- und 2-Bettzimmer mit eigenem WC und Dusche. Auf Wunsch kann der Vater im Zimmer der Mutter übernachten; darüber
hinaus bieten wir ein Familienzimmer an.
Die Wochenstation ist mit einem Baby-Guard-System ausgestattet. Kind und Mutter erhalten auf Wunsch und kostenlos zwei aufeinander abgestimmte Armbänder mit
speziellen Chips. Befindet sich ein Neugeborenes außerhalb der Wochenstation ohne seine Mutter, löst das System sofort einen Alarm aus, der Station, Pforte
und Sicherheitsdienst unmittelbar informiert.
Einmalig in NRW ist das
Standesamt im Krankenhaus. Auf Initiative der
Stadt bietet das Amt nun von Montag bis Donnerstag im Karolinen-Hospital seine Dienste an. Ziel ist es, den frischgebackenen Eltern die Erledigung der Formalitäten zu erleichtern.
Ein Service der sich lohnt - denn bei über 1.000 Kindern haben die drei Beamtinnen beide Hände voll zu tun.
Mit dieser Struktur wird die Versorgung der geburtshilflichen Patientinnen optimal gewährleistet. Jährlich erblicken über 1000 Kinder im Karolinen-Hospital
das Licht der Welt. Die Behandlungsergebnisse (z.B. "fetal outcome", Kaiserschnittrate, Dammschnittrate) werden auch extern überprüft und sind weit
überdurchschnittlich im regionalen und auch nationalen Vergleich.