Frauenheilkunde

Die Abteilung für Frauenheilkunde (Gynäkologie) wurde 2006 zusammen mit der Geburtshilfe am Karolinen-Hospital Hüsten gegründet. Im Rahmen der Umstrukturierung und Schwerpunktbildung ist ein Diagnostik- und Therapiezentrum für alle gynäkologischen Fragestellungen mit überörtlicher Bedeutung entstanden.

Die Tätigkeitsschwerpunkte der Klinik sind die komplette Diagnostik und Therapie von Brustkrebs und gynäkologischen Malignomen, d.h. Tumoren des Genitals der Frau, wie z.B. Ovarial- (Eierstockkrebs), Zervix- (Gebärmutterhalskrebs), Endometrium- (Gebärmutterschleimhautkrebs), Vulvakarzimom (Scheideneingangskrebs) und anderer seltenerer Tumoren.

Das Angebot umfasst von der Risikoberatung bei familiärer Krebsbelastung über modernste Diagnostik alle operativen Verfahren. Je nach Lage werden die Eingriffe minimal-invasiv und wann immer möglich organerhaltend durchgeführt. Wenn notwendig erfolgen auch große onkochirurgische Eingriffe und regelmäßig auch interdisziplinäre Operationen (z.B. mit der Abteilung für Viszeralchirurgie).

Im Rahmen der Brustoperationen wird wann immer möglich die organerhaltende Operation durchgeführt, bei der Lymphknotendiagnostik ist die Sentinel-Node-Biopsie (nur Entfernung des Wächterlymphknotens) mit intraoperativer Schnellschnitt-Beurteilung durch die pathologische Abteilung im Hause Standard. Wenn die Entfernung der Brust medizinisch notwendig ist, bieten wir immer Verfahren der plastischen Operationen für Wiederaufbau und Rekonstruktionen an. Es besteht eine enge Kooperation mit der European Academy of Senology (EAoS). Wir bieten täglich Spezialsprechstunden für Brusterkrankungen an.

Das Karolinen-Hospital ist operativer Standort des von der Ärztekammer (AeKWL) zertifizierten Westfälischen Brustzentrums. Jährlich führen wir ca. 160 Primäreingriffe durch. Die Eingriffe erfolgen ausschließlich durch den Chefarzt, den leitenden Oberarzt oder einen in der Weiterbildung zum Brustoperateur befindlichen Oberarzt/Oberärztin.

Zertifizierungsurkunde WBZ Download (PDF, 197 kb)

Die medikamentöse begleitende und/oder postoperative Behandlung mit Hormonen, die Immun- oder Chemotherapie (jährlich über 800 Zyklen) wird in unseren vollkommen neu gestalteten Räumen überwiegend ambulant durchgeführt. Hierbei besteht oft die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen, um so auch neueste Therapieverfahren zu nutzen. Drei speziell ausgebildete Breast Care Nurses und eine Study Nurse sorgen intensiv für eine umfassende Betreuung unserer Patientinnen.

Durch die Kooperation mit dem Mammographie-Screening-Zentrum (Programm-verantwortliche Ärztin: Dr. med. Ursula Wilhelm) in unmittelbarer Nähe zur Abteilung für Frauenheilkunde ist eine optimale Versorgungskette von der Vorsorgeuntersuchung über die Abklärungsdiagnostik, der stationären operativen und nichtoperativen Therapie bis hin zur ambulanten Nachsorge zusammen mit den niedergelassenen Fachärzten möglich. Nicht-tastbare, abklärungsbedürftige Befunde der Brust können mit Hilfe einer Röntgen-gesteuerten stereotaktischen Biopsieeinheit ambulant und ohne Narkose vorgenommen werden. Die Klinik beschäftigt eine eigene Psycho-Onkologin. Es bestehen enge Kooperationen mit Sanitätshäusern, Physio- und Bewegungstherapeuten, Kosmetikinstituten und den örtlichen Selbsthilfegruppen. Regelmäßig finden Patientinnen-Schulungen statt; einmal im Jahr laden wir zum Arnsberger Patientinnentag ein.

Sämtliche Fälle von bösartigen Erkrankungen oder deren Vorstufen werden in den 2 mal pro Woche stattfinden Tumorkonferenzen interdisziplinär besprochen und internationalen Standards entsprechende Therapieempfehlungen erarbeitet. Die betroffenen Patientinnen selbst und ihre betreuenden Haus- bzw. Frauenärzte und -ärztinnen sind eingeladen, an den zertifizierten Konferenzen (Montags, 14:30 Uhr, Konferenzraum Frauenklinik; Donnerstags, 18:00 Uhr, Besprechungsraum Mammographie-Screening) teilzunehmen.

Mit dieser Struktur wird die Versorgung von Brustkrebspatientinen optimal gewährleistet. Die Behandlungsergebnisse werden auch extern überprüft und sind weit überdurchschnittlich im regionalen und auch nationalen Vergleich.

Zusätzlich werden auch eine hohe Anzahl von Operationen bei gutartigen Erkrankungen (z.B. Endometriose, Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, gutartige Neubildungen am Eierstock, Senkungszustände) durchgeführt sowie entzündliche Erkrankungen und alle Notfälle unseres Faches versorgt. Das Operationsspektrum umfasst alle vaginalen und abdominalen Eingriffe wie z.B. die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung), Descensuschirurgie (operative Korrektur von Senkungsbeschwerden) sowie laparoskopische Eingriffe (Bauchspiegelung, "Schlüsselloch-Chirurgie") am inneren Genitale.

Die minimal-invasive Chirurgie stellt einen der Schwerpunkte der Abteilung dar. Mit Hilfe modernsten Instrumentariums ist es fast immer möglich, bei gutartigen Erkrankungen einen Bauchschnitt zu vermeiden. Ebenso werden organerhaltende Eingriffe wie die globale Endometriumablation (GEA, Verödung der Gebärmutterschleimhaut) angeboten, die in manchen Fällen eine vollständige Entfernung der Gebärmutter überflüssig macht. Ist diese medizinisch unumgänglich, stellen laparoskopische suprazervikale Hysterektomie (LaSH, Entfernung nur des Gebärmutterkörpers durch Bauchspiegelung), die laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie (LaVH, Unterstützung der Gebärmutterentfernung über die Scheide durch Bauchspiegelung) und die totale laparoskopische Hysterektomie (TLH, komplette Entfernung der Gebärmutter durch Bauchspiegelung) in der Klinik Standardeingriffe dar.

Umfassende Diagnostik- und Therapiekonzepte bieten wir bei sämtlichen Formen der Harninkontinenz (unfreiwilliger Urinverlust) an. An der Klinik besteht ein modernster urodynamischer Messplatz, an dem spezialisierte Ärztinnen die exakte Diagnose stellen und entsprechende Behandlungsstrategien vorschlagen können.

Kleinere Eingriffe wie z.B. Schlingenexzisionen (früher: Konisationen), Gebärmutterspiegelungen oder Abrasiones (Ausschabungen) werden in der Regel ambulant durchgeführt.

Auf einen Blick:

Chefarzt:
Dr. med. Norbert Peters

Ltd. Oberarzt:
Dr. med. Gregor Czarnecki

Oberärzte:
Christine Schmücker
Dr. med. Angelika Panne

Anzahl Planbetten:
35

Kontakt:
Telefon: 02932 - 952-1471
Fax: 02932 - 952-1475
E-Mail: gynaekologie@karolinen-hospital.de

Stanzbiopsie-Einheit

Ultralschallgerät zur Stanzbiopsie-Einheit

Stanznadel-Einheit zur Entnahme von Gewebeproben

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Das Karolinen Hospital Hüsten ist ein Standort des Westfä­li­schen Brustzentrums