Versorgung von Neu- und Frühgeborenen (Neonatologie)
Die Zusammenarbeit zwischen der geburtshilflichen Abteilung und der Kinderstation ist sehr intensiv. Im Neugeborenen-Zimmer auf der Wöchnerinnenstation (Station 1A) finden
täglich kinderärztliche Visiten statt, in deren Rahmen alle empfohlenen Maßnahmen wie die U2-inklusive Hüftsonographie, Hörscreening (TOAE), Stoffwechselscreening und transkutane
Testung auf Neugeborenengelbsucht stattfinden. Das Karolinen-Hospital Hüsten ist seit dem 1. Juli 2011 Partner im Verbundprojekt zum
Neugeborenen-Hörscreening in Westfalen-Lippe,
welches von der Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum in Münster ins Leben gerufen wurde.
Kranke Neugeborene und Frühgeborene können durch die räumliche Nähe der beiden Abteilungen unmittelbar nach der Geburt von unserem Neonatalteam versorgt werden und ggf. auf unsere Neu- und Frühgeborenen-Intensivstation auf kurzem Wege übernommen werden. Daher werden Kinder, bei denen bereits in der Schwangerschaft eine Erkrankung oder Fehlbildung bekannt ist bzw. eine zu frühe Geburt absehbar ist, in unserem Einzugsgebiet bevorzugt in unserem Haus entbunden. Einerseits bleiben den Kindern lange Transportwege erspart (die besonders für Frühgeborene ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellen), andererseits befinden sich Mutter und Kind dann im selben Krankenhaus.
Gemeinsame Visiten von Kinderärzten und Geburtshelfern zur Optimierung des vorgeburtlichen Managements bei Risikoschwangeren (z.B. Frühgeburt, Diabetes, Mehrlinge, Wachstumsretardierng, früher vorzeitiger Blasensprung) finden wöchentlich statt.
Für den Kreißsaal besteht rund um die Uhr eine Rufbereitschaft von der Kinderstation aus, um bei unvorhersehbaren Komplikationen schnellstmöglich helfen zu können. Jedes Kind, das per Kaiserschnitt oder per "Saugglocke" (Vakuum extraktion oder Zange (Forceps) entbunden wird, wird von einem Kinderarzt erstversorgt (U1). Ferner werden alle Kinder, die ambulant entbunden werden, vor Entlassung von einem Kinderarzt untersucht.
Für die umliegenden Geburtskliniken (Menden, Meschede) besteht ein kindernotärztlicher Rufdienst. Kinder, die in einer dieser Kliniken geboren werden und nach der Geburt gesundheitliche Probleme entwickeln, werden dann von unserem Neonatalteam versorgt und in unsere Klinik zur weiteren Diagnostik und Therapie gebracht.
Wir sind bemüht, die Eltern möglichst früh an die Pflege und Versorgung Ihres Kindes heranzuführen. Um die frühkindliche Bindung zu fördern und engen Kontakt zu den Eltern herzustellen, wird auf unserer Neu- und Frühgeborenen-Intensivstation z.B. die "Känguruh-Methode" angewendet, sofern es der Zustand des Kindes erlaubt. Grundsätzlich gelten die Prinzipien des "minimal handlings", das heißt, dass wir auf die besonderen Bedürfnisse von Frühgeborenen bestens eingestellt sind und den Kindern so viel Stress wie möglich ersparen wollen. "So viel wie nötig, so wenig wie möglich".
Selbstverständlich können Sie Ihr Kind jederzeit - Tag und Nacht - besuchen oder sich telefonisch nach dem Zustand des Kindes informieren (02932-952-1010).
Auf unserer Neugeborenen-Intensivstation gelten aus hygienischen Gründen und, damit die Ruhephasen der kleinen Patienten nicht gestört werden, besondere Besucherregelungen. Pro Kind können von den Eltern 4 weitere Personen namentlich benannt werden, die in Anwesenheit eines Elternteils jeweils einzeln das Kind besuchen dürfen, so dass nicht mehr als 2 Besucher gleichzeitig pro Kind im Intensivzimmer anwesend sind. Kindern unter 12 Jahren können wir im Intensiv- und Neugeborenenbereich den Zutritt nicht gestatten.
Bei medizinischer Indikation versorgen wir die kleinen Patienten mit einem Herz-/Atmungsmonitor für zu Hause und führen mit den betreuenden Erwachsenen ein Säuglings-Reanimatinstraining durch.
Die Chefarztvisite auf unserer neonatologischen Intensivstation findet mittwochs von 10-12 Uhr statt.